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Über Laurin Schafhausen Audio

Die Geschichte hinter Laurin Schafhausen Audio: vom Club-Sound zur eigenen Lautsprecher-Manufaktur. Handgefertigt in Deutschland.

Die dachten, wir hätten einen an der Waffel.

So reagierten Hersteller, als Laurin Schafhausen ihnen erklärte, was er für den Blitz Club München bauen wollte. Vier maßgeschneiderte Void-Incubus-Systeme in den Ecken des Dancefloors, dazu die Blitz Horns – 360-Grad-Hochtoneinheiten, die direkt über der Tanzfläche hängen und den Sound räumlich bewegen. David Muallem, Creative Director des Blitz, nennt ihn seitdem "DJ's Soundguy". Der Name blieb.

Was Laurin von klassischen Veranstaltungstechnikern unterscheidet: Er hört nicht auf den Frequenzgang. Er hört auf den Raum. Auf die Erwartungen der Betreiber, die Energie der Crowd, die Genres, die gespielt werden. Dann stellt er alles so ein, dass es sich richtig anfühlt. Das klingt einfach. Ist es nicht.

New York, ein Prinzip, ein Credo

Geprägt hat diese Herangehensweise der New Yorker DJ George Morel, der ihm zeigte, dass DJs das Soundsystem als Instrument nutzen. Und der legendäre NY-Tontechniker Gary Stewart, dessen Wissen zum Fundament seiner Arbeit wurde. Das Credo, das er daraus mitnahm:

When it sounds right, it is right.

Laurin sieht alles aus der Perspektive der Tänzer*innen. Nicht aus der Perspektive des Messmikrofons. Denn am Ende zählt nur eins: was auf der Tanzfläche ankommt.

Vom Blitz zur eigenen Manufaktur

Mit seiner Firma event-corp (gegründet von Kai Mosdzen) hat Laurin jahrelang Clubs, Festivals und Listening-Räume in ganz Europa ausgestattet – von Ostwestfalen bis Ibiza, von DJ Harvey bis zum C2 OST in Karlsruhe, wo sich zwei der kompromisslosesten Soundphilosophien der Welt treffen: KV2 Audio und Funktion-One in einem Club, zwei Räume, zwei Wege, eine Vision.

Aber irgendwann reichte es nicht mehr, die Systeme anderer aufzustellen. Laurin wollte selbst bauen. Kleiner als normale Club-Lautsprecher. Modular. Transportabel. Mit dem typischen Sound und Look. So entstand LSA.

Dasselbe Setup, das am Wochenende als Mini-Basswand ein Pop-up-Event beschallt, kann unter der Woche für mehrere Mitglieder als DJ-Monitor oder Hi-Fi-Box zu Hause dienen. Auf dem Rollwagen. In 15 Minuten aufgebaut. Dubstep approved.

18 mm Birke, kein Kompromiss

Jedes LSA-Modul wird von Hand aus Birke-Multiplex gefertigt. Schwerer als MDF, aber deutlich stabiler und resonanzärmer. CNC-gefräst für präzise Passform, PU-verleimt unter Druck, akustisch vermessen. Kein Plastik. Keine Abkürzungen.

Kurze Transportwege. Faire Bezahlung. Lokale Fertigung in Deutschland.

owls – wo man hört, was Sound bedeutet

In Bielefeld betreibt Laurin zusammen mit Kai Mosdzen die owls Listening-Bar – ein Stück japanische Jazz-Kissa-Kultur, adaptiert für Deutschland. Im Hörraum stehen maßgeschneiderte KV2-Audio-Türme mit Hornhochtönern, Hornmitteltönern und 12-Zoll-Treibern. Daneben ein Thorens-Plattenspieler, ein Line-Magnetic-Röhrenverstärker und eine Pioneer-Bandmaschine.

Kein Ort zum Angeben. Ein Ort zum Zuhören. Mittwochs Listening Sessions, donnerstags Schach, dazu Cocktails und Küche. Auf dem YouTube-Kanal "Auftrag Sound!" nimmt Laurin seine Community mit hinter die Kulissen.

Soundkultur gehört allen

Laurin gibt FLINTA-Soundsystem-Workshops. Weil es dringend Menschen braucht, die Technik verstehen und eigene Systeme besitzen – unabhängig von bestehenden Machtstrukturen. Barrieren senken. Freiheit schaffen. Wissen teilen.

Wer zu Hause übrigens Blues, Bluegrass und Roots Reggae hört, beim Kochen, nicht auf einer High-End-Anlage – der baut Lautsprecher aus den richtigen Gründen.